Freitag, 8. Juli 2011

Fernweh

Ich bin gerade mal einen Tag zu Hause und will schon wieder zurück. Das ist schlimm.
Aber ich habe das Gefühl, dass mein Herz irgendwo in Schweden geblieben ist. Ich würde alles dafür tun, diesen Urlaub noch einmal erleben zu können und ich kann sagen, ich würde alles exakt genauso machen, wie ich es gemacht habe. Weil es einfach perfekt war.
Ich vermisse den offiziellen Steg und den inoffiziellen Steg, die Zeit nach dem Abendessen, den glitzernden See, den blauen Himmel, einfach immer etwas tun können, nie Langeweile haben, die großen Wiesen, das Lesen, die beste Freundin und die vielen neuen Gesichter, die ich alle lieb gewonnen habe. Das Lachen der verschiedenen Leute, die Ausflüge und das Abendprogramm, schwedische Schokolade und die Soft-Drinks, die es nur in Schweden gibt. Ich vermisse einfach die Reisegruppe, wir alle zusammen in Schweden, wir alle, die die Saison eröffnen. Ich vermisse es, morgens geweckt zu werden, weil irgendwer durch das Haus ruft oder die Treppe herunter trampelt, selbst das Anstehen an der Dusche kommt mir auf einmal ziemlich cool vor. Ich vermisse all die Leute, die ich 24 Stunden in unmittelbarer Nahe hatte und die jetzt zwar auch nicht gerade weit weg wohnen, aber trotudem ist es auf gar keinen Fall das gleiche. Ich vermisse einfach den intensiven Sommer, den ich einfach gelebt habe und all das, was nur geht, wenn man weit weg von zu Hause ist und die Sonne scheint.
Und der Steg und der Wald und der See und die Bucht und der Zauberweg. Ich will zurück!

Fernweh ich weit schlimmer als Heimweh. Denn nach Hause kommt man früher oder später immer wieder, auf alle Fälle. Aber bis man an einen Ort zurück kommt, an dem man nur zwei Wochen seines Lebens verbracht hat, das kann dauern. Und ich werde wahrscheinlich nie wieder genau an diesen Ort kommen, an diesen See und an diesen Steg. Und wenn doch, dann nicht mit diesen Leuten und als dieser Mensch, der ich jetzt bin.
Ich hätte es mir leichter vorgestellt, das Wieder-Zu-Hause-Sein. Und ich hätte gedacht, dass alles, was ich in diesen Sommerwochen erlebt habe, sich nicht auf die nächsten Sommerwochen überträgt, aber irgendwie ist es nicht so.
Und ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

1 Kommentar:

  1. sowas verstehe ich! Nachdem ich mit der Klasse zwei Wochen in indien war, hab ich mich auch so gefühlt! Und plötzlich wollte ich dahin wieder zurück, obwohl wir dort gearbeitet haben, es zum Duschen nicht genug Wasser gab und unsere Betten schrecklich hart waren ;)

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